Radikalisierung lokal begegnen —

Der neue MOTRA‑Monitor zeigt: Radikale Einstellungen bleiben auf hohem Niveau, politisch motivierte Straftaten und Hassvorfälle nehmen zu, und digitale Räume verstärken Polarisierung. Kommunen müssen jetzt Schutz, Prävention und digitale Gegenstrategien priorisieren.

Kernaussagen kurzgefasst
Gefahr: Zunahme von Angriffen auf Amtsträger und Hasskriminalität
Fokus: Jugendliche sind besonders anfällig für autoritäre und antisemitische Narrative
Handeln: Sofortiger Schutz für Mandatsträger, Ausbau von Jugendprävention, Monitoring digitaler Räume

Call2Action: Kommunale Entscheider:innen sollten jetzt lokale Präventions‑ und Schutzpläne prüfen und vernetzte Maßnahmen starten

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https://www.linkedin.com/pulse/motra-monitor-202425-radikalisierung-lmajf/

MOTRA Monitor 2024/25 — Radikalisierung im Fokus

March 17, 2026

Der MOTRA Monitor 2024/25 [https://www.motra.info/motra-monitor-2024-25] konstatiert eine Stabilisierung auf hohem Radikalisierungsniveau in Deutschland, mit wachsender Offenheit für autoritäre, antisemitische und anti-demokratische Deutungen besonders bei Jüngeren; gleichzeitig steigen politisch motivierte Straftaten, Hasskriminalität und Angriffe auf Amtsträger. Für Praktiker in Frankfurt/Hessen bedeutet das: präventive Angebote für junge Menschen und Schutzmaßnahmen für lokale Politikerinnen und Politiker sind aktuell besonders dringlich.

Kernaussagen (kompakt)

  • Gesamtbefund: Stabilisierung auf einem kritisch hohen Niveau radikaler Einstellungen; keine flächendeckende Zunahme offenkundig extremistischer Einstellungen, aber wachsende Autoritarismus- und Antisemitismusbereitschaft.
  • Gewalt und Straftaten: Politisch motivierte Kriminalität, Hate Crimes und Angriffe auf Amtsträger erreichen neue Höchststände; schwere Gewalt bleibt vergleichsweise selten.
  • Digitale Dynamik: Soziale und politische Konflikte verschärfen sich in digitalen Öffentlichkeiten; Maschinen/Algorithmen und alternative Medien spielen eine Rolle bei Verbreitung und Radikalisierung.
  • Betroffene Gruppen: Jüngere Altersgruppen zeigen erhöhte Offenheit gegenüber anti-demokratischen Narrativen; Islamfeindlichkeit und gruppenbezogene Feindseligkeit bleiben relevante Problemfelder.

KategoriePositivesNegativesGefährdete Regionen/GebieteWarum

Gesellschaftliche LagePro-demokratische Mehrheit bleibt vorhandenKleine, aber zunehmend radikale Minderheit wächstStädtische Brennpunkte; VorstädteHöhere Dichte an Protesten; stärkere Vernetzung; Anonymität fördert Mobilisierung

KriminalitätZunehmende Erfassung und ForschungAnstieg politisch motivierter Straftaten; mehr Angriffe auf AmtsträgerRegionen mit hoher Protestaktivität (z. B. Großstädte)Häufigere Konfrontationen; sichtbare Konflikte erhöhen Eskalationsrisiko

Digitale SphäreForschung zu Algorithmen und GegenstrategienRadikalisierung über alternative Medien; Bots und EchokammernOnline-Räume; plattformspezifische CommunitiesAlgorithmische Verstärkung; geschlossene Filterblasen

ZielgruppenPräventionspotenzial bei JugendlichenWachsende autoritäre und antisemitische Einstellungen besonders bei JüngerenJugendliche in urbanen und suburbanen MilieusSoziale Unsicherheit; hohe Online-Nutzung; Anfälligkeit für vereinfachende Narrative

Gefährdesten Regionen und Gebiete — konkret

  • Großstädte und Ballungsräume: Höhere Protestdichte, stärkere Vernetzung extremistischer Akteure, mehr Angriffe auf Amtsträger.
  • Städtische Vororte / bestimmte Quartiere: Soziale Unsicherheit und Anfälligkeit für radikale Narrative; junge Menschen besonders betroffen.
  • Digitale Räume / Plattform-Communities: Orte mit algorithmischer Verstärkung und alternativen Medienkanälen gelten als besonders „gefährdet“.

Handlungsempfehlungen (kurz, praxisorientiert)

  • Priorität 1: Präventionsprogramme für Jugendliche ausbauen (Medienkompetenz, Demokratieförderung)
  • Priorität 2: Schutz und Meldesysteme für lokale Politiker*innen und Amtspersonen stärken
  • Priorität 3: Monitoring digitaler Räume und Kooperation mit Plattformen; gezielte Gegenkommunikation

Prioritätenliste für kommunale Akteurinnen und Akteure

Kurzbefund: Der MOTRA‑Monitor 2024/25 dokumentiert ein weiterhin dynamisches Radikalisierungsgeschehen auf kritisch hohem Niveau, mit steigender politisch motivierter Kriminalität, zunehmender Offenheit für autoritäre und antisemitische Einstellungen vor allem bei Jüngeren sowie einer starken Rolle digitaler Teilöffentlichkeiten.

  • Priorität 1Maßnahme: Schutz für Amtsträgerinnen und Amtsträger — Ziel: Reduzierung von Anfeindungen und Gewaltrisiken — Zeitrahmen: 0–3 Monate — Dringlichkeit: Sehr hoch
  • Priorität 2Maßnahme: Jugendprävention und Demokratieförderung — Ziel: Gegensteuerung autoritärer und antisemitischer Einstellungen bei Jüngeren — Zeitrahmen: 0–12 Monate — Dringlichkeit: Sehr hoch
  • Priorität 3Maßnahme: Monitoring und Früherkennung lokaler Konflikte — Ziel: Früherkennung eskalationsgefährdeter Themen und Orte — Zeitrahmen: 0–6 Monate — Dringlichkeit: Hoch
  • Priorität 4Maßnahme: Digitale Gegenstrategien und Medienkompetenz — Ziel: Eindämmung von Radikalisierung in Plattform‑Teilöffentlichkeiten — Zeitrahmen: 0–12 Monate — Dringlichkeit: Hoch
  • Priorität 5Maßnahme: Kooperation Polizei, Verwaltung, Zivilgesellschaft — Ziel: Koordinierte Prävention, Schutz und Aufklärung — Zeitrahmen: 0–6 Monate — Dringlichkeit: Mittel‑hoch
  • Priorität 6Maßnahme: Angebote für Betroffene und Opfer — Ziel: Psychosoziale Unterstützung und Meldesysteme — Zeitrahmen: 0–6 Monate — Dringlichkeit: Mittel
  • Priorität 7Maßnahme: Räumliche Maßnahmen und Stadtteilarbeit — Ziel: Stärkung resilienter Nachbarschaften in Brennpunkten — Zeitrahmen: 6–24 Monate — Dringlichkeit: Mittel
  • Priorität 8Maßnahme: Evaluation und Anpassung von Maßnahmen — Ziel: Wirksamkeitsprüfung und Ressourcensteuerung — Zeitrahmen: 6–18 Monate — Dringlichkeit: Mittel

1. Schutz für Amtsträgerinnen und Amtsträger

  • Konkrete Schritte: Sichere Erreichbarkeit, Meldewege, situative Gefährdungsanalysen, Schulungen für Bedrohungsmanagement, kurzfristige Sicherheitsvorkehrungen bei öffentlichen Terminen.
  • Warum: Anfeindungen und Angriffe auf Mandatstragende sind ein dauerhaftes Risiko und steigen laut MOTRA; kommunale Akteurinnen sind daher besonders schutzbedürftig.

2. Jugendprävention und Demokratieförderung

  • Konkrete Schritte: Ausbau schulischer und außerschulischer Programme zu Medienkompetenz, Demokratielernen, Peer‑Mentoring, niedrigschwellige Beratungsangebote.
  • Warum: MOTRA weist auf wachsende Offenheit für autoritäre und antisemitische Einstellungen besonders bei unter 40‑Jährigen hin; Prävention bei Jugendlichen hat hohen Hebel.

3. Monitoring und Früherkennung lokaler Konflikte

  • Konkrete Schritte: Lokales Monitoring (Protestlage, Hassvorfälle, Social‑Media‑Signale), Hell‑Dunkelfeld‑Abgleich, Lagekarten für Hotspots.
  • Warum: Regionale Unterschiede und ereignisgetriebene Konflikte erfordern frühzeitige Erkennung, um Eskalationen zu verhindern.

4. Digitale Gegenstrategien und Medienkompetenz

  • Konkrete Schritte: Kooperation mit Plattformen, gezielte Gegenkommunikation, Schulungen für Mitarbeitende zu Desinformation, Förderung lokaler vertrauenswürdiger Informationsangebote.
  • Warum: Digitale Teilöffentlichkeiten (z. B. Telegram, TikTok) verstärken Radikalisierungsdynamiken; Gegenmaßnahmen sind notwendig, um Reichweite und Binnenkohärenz zu durchbrechen.

5. Kooperation Polizei, Verwaltung, Zivilgesellschaft

  • Konkrete Schritte: Interdisziplinäre Krisenstäbe, regelmäßige Lage‑ und Informationsaustausche, gemeinsame Präventionskonzepte mit NGOs und Schulen.
  • Warum: Effektiver Schutz und Prävention benötigen abgestimmte lokale Strukturen; MOTRA betont die Bedeutung informeller sozialer Kontrolle neben formeller Kontrolle.

6. Angebote für Betroffene und Opfer

  • Konkrete Schritte: Niedrigschwellige Beratungsstellen, psychosoziale Unterstützung, rechtliche Begleitung, anonymisierte Meldestellen.
  • Warum: Viele Anfeindungen bleiben im Dunkelfeld; sichtbare Unterstützungsangebote erhöhen Anzeige‑ und Hilfsbereitschaft.

7. Räumliche Maßnahmen und Stadtteilarbeit

  • Konkrete Schritte: Stärkung sozialer Infrastruktur in Brennpunkten, Freizeit‑ und Bildungsangebote für Jugendliche, Nachbarschaftsprojekte.
  • Warum: Städtische Brennpunkte und Vorstädte zeigen erhöhte Betroffenheit; lokale Angebote reduzieren Anfälligkeit für radikale Narrative.

8. Evaluation und Anpassung von Maßnahmen

  • Konkrete Schritte: Monitoring‑KPIs definieren, jährliche Wirkungsprüfung, flexible Budgetierung für kurzfristige Reaktionen.
  • Warum: Radikalisierungsdynamiken verändern sich; kontinuierliche Evaluation sichert Wirksamkeit und Ressourceneffizienz.

Kurzbegründungen zu den Top 4 Prioritäten

  • Schutz für Amtsträgerinnen und Amtsträger: Anfeindungen und Angriffe auf Mandatstragende sind weit verbreitet; kommunale Schutzmaßnahmen (Gefährdungsanalysen, Meldewege, Schulungen, kurzfristige Sicherheitsvorkehrungen) sind sofort umzusetzen
  • Jugendprävention und Demokratieförderung: MOTRA zeigt deutliche Zuwächse autoritärer und antisemitischer Offenheit besonders bei Unter‑40‑Jährigen; Schulen und außerschulische Angebote sind Hebel für langfristige Resilienz
  • Monitoring und Früherkennung: Regionale Unterschiede und ereignisgetriebene Konflikte (z. B. Protestwellen) erfordern lokales Monitoring von Protestlagen, Hassvorfällen und Social‑Media‑Signalen, um frühzeitig zu intervenieren
  • Digitale Gegenstrategien und Medienkompetenz: Plattformen wie TikTok und Telegram zeigen hohe Anteile extremismusaffiner Nutzer:innen; gezielte Gegenkommunikation, Kooperation mit Plattformen und Medienkompetenz‑Schulungen sind notwendig

Sofortmaßnahmen (erste 3 Monate)

  • Gefährdungsanalysen für kommunale Amtsträgerinnen und Amtsträger durchführen
  • Niedrigschwellige Meldestelle für Anfeindungen aktivieren
  • Erste Schulungen für Mitarbeitende zu Deeskalation und digitaler Desinformation anbieten

Umsetzungshinweise kurzgefasst

  • Sofortmaßnahmen (0–3 Monate): Gefährdungsanalysen für Amtsträger, Meldestellen aktivieren, Krisenkoordination einrichten
  • Kurzfristig (3–12 Monate): Jugendprogramme starten, digitales Monitoring aufbauen, Kooperationen mit NGOs formalisieren
  • Mittelfristig (6–24 Monate): Stadtteilprojekte ausbauen, Evaluation implementieren, Ressourcen langfristig sichern
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Notfall- und Krisenmanagement . SANDRA KLINKENBERG . www.SKcondev.com . www.Sandra-Klinkenberg.de

SANDRA KLINKENBERG Beratende Betriebswirtin, selbstständig unabhängige UnternehmensBeraterin . independent and liberal Economic, Business, Corporate, Management and Administration Advisor • ganzheitlich nachhaltige Entwicklung • seit 1992 • STRUKTUR-ENTWICKLUNG www.Sandra-Klinkenberg.de . www.SKcondev.com

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